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KLIMANEUTRAL WOHNEN

Das war das Ziel, das bei einem Wohnhaus in Eppendorf erreicht werden sollte. Denn ein Großteil der CO²-Emissionen wird durch Wohnen und Heizen produziert. Und leider hat die Bundesregierung auch in dieser Legislaturperiode kein Programm aufgelegt, um Gelder zur Verfügung zu stellen, damit Häuser gedämmt und neue Heiztechniken verbaut werden können.

Nun, zuerst wurde ein Fachwerkhaus erworben und im Rahmen einer Bachelorarbeit an der Uni Osnabrück unter Prof. Klaus Kuhnke erarbeitet, welches Heizsystem zu welchen Kosten installiert werden könnte. Entschieden hat man sich für ein System mit großen Wassertanks und entsprechend großer solarthermischer Anlage. Aber auch in allen anderen Dingen sollte das Haus Vorreiter sein.


Folgende Baumaterialien wurden verwendet:

  • 40cm Schaumglasschicht unter der Betonsohle (zur Isolierung)
  • Porotonsteine ohne Styroporfüllung
  • Lehmsteine und Lehmputz
  • Holz
  • Glas
  • Kalk
  • Faserbeton (soweit möglich)
  • Folien (nur unter der Sohle)
  • Isoflock (Dämmmaterial)

Verzichtet wurde auf:

  • PU-Schaum (gar nicht so einfach)
  • Beton mit üblicher Bewehrung (weitestgehend)
  • Kunststoffe aller Art

 


Die Heizung

Durch die solarthermische Anlage wird im Sommer Wasser erhitzt und in die Speicher gepumpt. Im Herbst/ Winter wird das erhitzte Wasser mit einer Temperatur von ca. 38° C durch die Wandflächenheizung im Haus geführt. Selbst in hohen Räumen wird dadurch eine hervorragende Wärmeverteilung garantiert. Zwischen Raumdecke und Fußboden herrschen Temperaturunterschiede von max. 2° C. Wenn die Speichertemperatur unter 30° C gesunken und eine weitere Wärmeentnahme nicht mehr sinnvoll ist, kann durch einen Holzofen mit Wassertaschen oder einer Wärmepumpe nachgeheizt werden.


Die Energieversorgung

Eine Photovoltaikanlage produziert bei ausreichender Sonneneinstrahlung elektrische Energie, die vorrangig im Haus gebraucht oder, wenn im Haus nicht ausreichend Bedarf ist, in den Batteriespeicher gefördert wird. Sollte die Sonneneinstrahlung zu gering sein (z.B. nachts), wird die Energie aus dem Speicher wieder im Haus verbraucht. Bei Stromausfall schaltet der Batteriespeicher automatisch die Stromversorgung wieder zu. So wurden im Mai 2018 drei kWh und im April 2018 nur neun kWh vom örtlichen Energieversorger bezogen.  Das hört sich jetzt alles ganz einfach an. Die Regelungstechnik so einzustellen, dass alles sinnvoll und zufriedenstellend läuft, hat allerdings viele Monate gedauert.

So ist ein Haus entstanden, das bis auf die Monate Dezember bis März (je nach Sonneneinstrahlung) fast 100% autark ist. Mit eigenem Brunnen und eigener Kläranlage. Nach einer Lösung für die Monate Dezember bis März wird noch gesucht. So könnten kleine Windenergieanlagen errichtet werden, oder es kommt eine neue Technik auf den Markt.